Dive Talks 2 in Basel: Abtauchen, hinschauen und aufräumen

Was haben Geisternetze, Meeresschildkröten, Oktopusse, Nacktschnecken, Kakteen und Abfalltaucher gemeinsam?

Auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders viel. Bei den Dive Talks 2 am 3. Oktober 2026 in Basel passte das alles aber erstaunlich gut zusammen. Unter dem Motto «Gummitiere, Geister und Fabelwesen» trafen sich rund 50 Interessierte direkt neben dem Basler Zoo zu einem abwechslungsreichen Tag rund ums Tauchen, den Schutz unserer Gewässer und Meere und die faszinierende Welt unter Wasser. Organisiert wurde der Anlass vom TS Dreiländereck und dem Roche Sub-Aqua Club. Durch das Programm führte Hajo Lehmann von der Tauchschule Dreiländereck. Und mittendrin: die Abfalltaucher Schweiz.

Die Abfalltaucher sind bereit

Für uns begann der Tag bereits um 8 Uhr. Unser Präsident Matthias, Stefan und Helene bauten unseren kleinen Infostand auf. Natürlich kamen wir nicht mit leeren Händen nach Basel. Mit dabei waren einige Fundstücke aus unseren Tauchgängen, unser Wels, Flyer, unsere Abfalltaucher-Socken und viele Informationen über unseren Verein. Auch andere Organisationen waren mit Ständen vertreten. Eine schöne Gelegenheit, sich bereits vor den Vorträgen auszutauschen und Menschen kennenzulernen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für unsere Gewässer und Meere engagieren. Um 10 Uhr waren die rund 50 angemeldeten Besucherinnen und Besucher eingetroffen und Hajo Lehmann eröffnete die Dive Talks.

Geisternetze, Meeresschildkröten und ziemlich viel Abfall

Den Anfang machte Andreas Puke von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) mit dem Thema «Geisternetze». Herrenlose oder verlorene Fischernetze können noch lange im Meer treiben und für Tiere zur tödlichen Falle werden. Andreas Puke weiss dabei aus eigener Erfahrung, wovon er spricht. Er unterstützt die GRD als ehrenamtlicher Taucher bei der Bergung solcher Netze. GRD

Anschliessend nahm Anna Feller von OceanCare die Gäste mit in die Arbeit der Meeresschutzorganisation. Dabei ging es unter anderem um Meeresschildkröten und Geisternetze. OceanCare engagiert sich seit 1989 international für den Schutz der Meere. Anna Feller unterstützt bei OceanCare insbesondere Kampagnen gegen Plastikverschmutzung.

Und dann waren wir an der Reihe. «Wir tauchen ab und räumen auf» Unter diesem Titel stellte unser Präsident Matthias Ardizzon die Abfalltaucher Schweiz vor. Matthias gab einen Einblick in unseren Verein, unsere Werte, unsere Mitglieder und natürlich in unsere Tauch- und Aufräumaktionen. Dabei zeigte sich auch eine Gemeinsamkeit mit den vorherigen Vorträgen: Ob ein verlorenes Fischernetz im Meer oder Abfall in einem Schweizer See, vieles bleibt unter der Wasseroberfläche für uns Menschen unsichtbar. Für Tiere und Umwelt kann es trotzdem zum Problem werden. Genau deshalb tauchen wir hinunter und holen es wieder hoch.

Vegane Köstlichkeiten statt Taucherverpflegung aus der Tube 😉

Nach so viel Input war gegen Mittag eine Pause mehr als willkommen. Und die hatte es kulinarisch in sich. Chez Mimi Catering verwöhnte die Gäste mit feinen veganen Köstlichkeiten, herzhaften Häppchen und kleinen süssen Leckereien. Dass Mimi selbst rein pflanzlich lebt und bereits zahlreiche vegane Kreationen entwickelt hat, merkte man dem Essen definitiv an. Gestärkt ging es rund 45 Minuten später weiter.

Vom Kaktus zum Kaktuswels

Der wahrscheinlich überraschendste Titel des Tages gehörte Roli Stuber von FloraFauna: «Vom Kaktus zum Kaktuswels». Und der Vortrag hielt, was der Titel versprach. Mit viel Humor erzählte Roli von seiner Leidenschaft für Kakteen, vom Sammeln und Züchten und von seinen Fotogeschichten. Ein Vortrag, bei dem viel gelacht wurde und bei dem man gleichzeitig einiges lernen konnte. Irgendwann führte sein Weg dann tatsächlich vom Kaktus unter Wasser. Roli entdeckte das Tauchen für sich und damit eine völlig neue Welt für seine Naturfotografie. Ein wunderbares Beispiel dafür, wohin eine Leidenschaft führen kann, wenn man neugierig bleibt.

Bis zum letzten Oktopus

Danach wurde es wieder ernst. Natalie Maspoli Taylor von Sea Shepherd Switzerland sprach unter dem Titel «Bis zum letzten Oktopus» über den Schutz dieser faszinierenden Meerestiere und über die Auswirkungen der Fischerei. Besonders eindrücklich waren die Einblicke in Fangmethoden und die Gefahren von zurückgelassenen Fanggeräten im Meer. Und spätestens hier schloss sich wieder der Kreis zum Anfang des Tages: Was wir Menschen benutzen, verlieren oder achtlos zurücklassen, verschwindet nicht einfach, nur weil wir es unter der Wasseroberfläche nicht mehr sehen.

Stille Schönheiten zum Abschluss

Den letzten Vortrag übernahm schliesslich Moderator Hajo Lehmann von der Tauchschule Dreiländereck selbst. Mit «Nudi Branches – Stille Schönheiten» widmete er sich den kleinen, farbenprächtigen Nacktschnecken der Unterwasserwelt. Nach Geisternetzen, Abfall und den teilweise ernsten Themen des Meeresschutzes war das nochmals ein ganz anderer Blick unter die Wasseroberfläche. Einer, der zeigte, warum es sich überhaupt lohnt, diese Welt zu schützen.

Viele Themen und ein gemeinsames Anliegen

Um 14 Uhr gingen fünf abwechslungsreiche Stunden zu Ende. Was von den Dive Talks 2 bleibt, sind viele spannende Geschichten, neue Kontakte und unterschiedliche Perspektiven auf eine Welt, die den meisten Menschen im Alltag verborgen bleibt. Ob Meeresschutzorganisation, Naturfotograf, Tauchschule oder Abfalltaucher: Wir beschäftigen uns mit ganz unterschiedlichen Themen. Uns verbindet aber die Begeisterung für die Unterwasserwelt und der Wunsch, sie zu erhalten. Für die Abfalltaucher Schweiz war es eine schöne Gelegenheit, unsere Arbeit vorzustellen und gleichzeitig über den eigenen See- und Flussrand hinauszuschauen.

Eine besondere Überraschung zum Schluss

Ganz zum Schluss wartete noch eine besondere Überraschung auf die vier teilnehmenden Organisationen: Jede gemeinnützliche Organisation erhielt von Hajo Lehmann eine Spende von CHF 500. Das Geld hatte Hajo in den vergangenen zwei Jahren in seinem Tauchshop gesammelt. Den zusammengekommenen Betrag verdoppelte er anschliessend privat. So durften auch die Abfalltaucher Schweiz CHF 500 für ihre Arbeit entgegennehmen. Eine grosszügige Geste, über die wir uns sehr gefreut haben und die uns hilft, unsere nächsten Aufräumaktionen in Schweizer Gewässern zu finanzieren.

Herzlichen Dank, Hajo, für diese tolle Unterstützung und natürlich auch an alle, die in den vergangenen zwei Jahren etwas ins Spendenkässeli gelegt haben! 💙🤿

Wir tauchen weiter ab und räumen auf. 🤿♻️

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert